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SpecForge — Specs schmieden, nicht schreiben

CI

Spec-Driven Requirements Engineering als KI-Skill für Claude.

SpecForge kombiniert GitHub Spec Kit, Harness-Patterns (Golden Principles, Spec-First Chain, STRIDE, Folder Convention) mit EARS-Syntax, Gherkin Acceptance Criteria und automatischen KRITIS/NIS2-NFRs zu einem modularen, selbsttragenden Skill-System.


Was ist SpecForge?

SpecForge ist ein Claude-Skill (Cowork Plugin / Project Knowledge), der Requirements Engineering von der Idee bis zum implementierungsreifen Backlog automatisiert — mit Governance-Enforcement statt optionalen Richtlinien.

Leitprinzip: Governance ist ein Compiler, kein Komitee.

Was SpecForge erzeugt

Artefakt Beschreibung
constitution.md Projektprinzipien, Golden Principles, regulatorischer Rahmen, DoD
spec.md Funktionale Spezifikation mit EARS-Requirements und Gherkin-ACs
plan.md Technischer Implementierungsplan mit ADRs
research.md Technische Tiefenrecherche (Versionen, CVEs, Kompatibilität)
quickstart.md Entwickler-Schnelleinstieg
tasks.md Task-Breakdown mit Spec-First Chain und Parallelisierungsmarkern

Was SpecForge prüft

  • Anti-Vibe-Coding (RPI Framework) — Striktes Enforcement des Research -> Plan -> Implement Workflows nach Dexter Horthy (HumanLayer):
    • Isolated Research: Ist-Analyse ohne Feature-Ticket-Bias (verhindert Halluzinationen)
    • Outline-Alignment: Zwingende High-Level Outline vor der Detaillierungsphase
    • Plan Fidelity Check (Anti-Drift): Code-Änderungen werden strikt gegen die plan.md geprüft. Ungeplante Änderungen erzeugen einen F3-Befund.
    • Prompt Diet: Phasen werden strikt sequenziell orchestriert (Context Overflow Prävention)
  • 10 Golden Principles (GP-01 bis GP-10) — enforceable, nicht optional
  • STRIDE-Analyse — alle 6 Kategorien für security-relevante Stories
  • NFR-Scan mit F-Stufen — automatischer Scan gegen 41 KRITIS/NIS2-Prüfpunkte + erweiterbar über Extensions (z.B. DORA mit 58 Prüfpunkten). 6-stufiges Schweregrad-System (F0–F5) mit CONDITIONAL-Gate
  • Cross-Artifact-Konsistenz — Spec ↔ Plan ↔ Tasks Abgleich mit Re-Analyze-Loop
  • EARS-Konformität — jedes Requirement in einem der 5 EARS-Patterns
  • Gherkin-Qualität — min. 2 Szenarien pro Story
  • 8 Anti-Patterns (AP-01 bis AP-08) — inkl. SOPHIST-Verletzung (Passiv, Negation, Generik)
  • Story-Quality-Score (SQS) — numerische Qualitätsbewertung (0–5) pro Story in Review und Analyze
  • Testfall-Ableitung (Modus 10 Derive) — Gherkin → strukturierte Testfälle mit Testabdeckungsmatrix
  • Enforcement Engine — Phase Gates G0–G5 mit State Machine, F-Stufen-basiertem Gate-System (PASS/CONDITIONAL/FAIL), Skip-Protokoll und Artefakt-Vollständigkeits-Check
  • Regulierungs-Extensions — erweiterbar über references/custom/@{regulierung}/ mit Manifest-Auto-Detection. Mitgeliefert: DORA (EU 2022/2554), BAIT (Stub)

Installation

Der Skill ist ein Ordner. Es gibt zwei Wege, an ihn zu kommen; ab dann sind die drei Varianten gleich.

Aus dem Release-Archiv:

curl -L -O https://github.com/GodModeAI2025/specforge-ai-skill/releases/latest/download/specforge-skill.zip
unzip specforge-skill.zip

Das ergibt den Ordner specforge/ mit SKILL.md, references/, LICENSE, TRADEMARK.md, einer VERSION und einem README, das ohne das Repo auskommt. Der Dateiname bleibt über Releases hinweg gleich, releases/latest/download/ zeigt also immer auf das aktuelle Paket. Der Link greift ab dem ersten veröffentlichten Tag; solange keiner gesetzt ist, antwortet GitHub mit 404. Gebaut wird das Archiv von scripts/package-skill.py, das auch lokal läuft.

Aus dem Repository: klonen und SKILL.md samt references/ als Ordner verwenden. Diesen Weg nimmt, wer am Skill selbst arbeitet.

Variante 1: Claude.ai — Als Projekt-Knowledge

  1. Öffne ein Claude-Projekt unter claude.ai
  2. Gehe zu Project Knowledge
  3. Lade den gesamten specforge/-Ordner hoch (SKILL.md + references/)
  4. SpecForge ist sofort aktiv — der Skill erkennt den Modus aus dem Kontext

Variante 2: Claude Cowork — Als Plugin/Skill

  1. Kopiere den gesamten Skill-Ordner in dein Cowork-Plugin-Verzeichnis:
    mein-plugin/
    └── skills/
        └── specforge/
            ├── SKILL.md
            └── references/
                ├── 01-specify.md
                ├── 02-clarify.md
                ├── ...
                ├── checklists/
                ├── templates/
                ├── conventions/
                └── enforcement/
    
  2. Registriere den Skill in deiner plugin.json
  3. SpecForge ist als Skill verfügbar

Variante 3: Claude Code — Als Projekt-Kontext

  1. Lege den Skill-Ordner in dein Repo:
    .claude/
    └── knowledge/
        └── specforge/
            ├── SKILL.md
            └── references/
    
  2. Alternativ: Referenziere die Datei in deiner CLAUDE.md:
    ## Knowledge
    Read .claude/knowledge/specforge/SKILL.md for Requirements Engineering guidance.

Verwendung

Modus 1: Specify — Spezifikation erstellen

Beschreibe ein Feature, Problem oder eine Idee. SpecForge erzeugt eine vollständige spec.md.

"Ich brauche eine Authentifizierung mit MFA für unser Kundenportal.
 Benutzer sollen sich per E-Mail + Passwort + TOTP einloggen können.
 Sessions laufen nach 8 Stunden ab."

SpecForge wird:

  • Max. 3 Klärungsfragen stellen (im Clarify-Modus max. 5 pro Runde)
  • Regulatorische Anforderungen eigenständig recherchieren
  • Min. 3 Stakeholder-Perspektiven durchspielen
  • Spec mit EARS-Requirements und Gherkin-ACs schreiben
  • KRITIS-NFRs automatisch prüfen und ergänzen
  • STRIDE-Analyse für security-relevante Stories durchführen

Modus 2: Clarify — Offene Fragen klären

"Kläre die offenen Fragen in meiner Spec."

SpecForge scannt die spec.md nach Lücken, vagen Begriffen und unbestätigten Annahmen. Fragen werden mit F-Stufe (F4 bis F1) priorisiert.

Modus 3: Plan & Tasks — Von Spec zum Backlog

"Erstelle einen Plan mit TypeScript, PostgreSQL und Next.js.
 Dann generiere die Tasks."

SpecForge erzeugt:

  • plan.md mit Architekturentscheidungen und ADRs
  • research.md mit Tech-Stack-Recherche
  • quickstart.md als Entwickler-Schnelleinstieg
  • tasks.md mit Spec-First Chain Annotationen

Neu in v3: Brownfield-vs-Greenfield-Erkennung, Explore-Phase mit parallelen Architektur-Varianten, Morphological Box + Pugh Matrix.

Modus 4: Analyze — Konsistenzprüfung

"Prüfe die Konsistenz meiner Artefakte."

5-Dimensionen-Check: Spec↔Plan, Plan↔Tasks, Spec↔Tasks, GP-Compliance, Security/Compliance. Re-Analyze-Loop (max. 5 Iterationen) bis kein F4-Befund mehr offen ist.

Modus 5: Checklist — Quality Gates

"Erstelle eine Spec-Readiness-Checklist."
"Erstelle eine DSGVO-Compliance-Checklist."

4 Checklist-Typen: Spec-Readiness (Typ A), Plan-Readiness (Typ B), Custom (Typ C), Domain (Typ D). Wiederverwendbare Prüflisten — "Unit Tests für Prosa".

Modus 6: Stakeholder-Simulation

"Simuliere einen Security Reviewer und einen Datenschutzbeauftragten
 für meine Spec."

8 Rollen verfügbar: Product Owner, System Architect, Contract Guardian, Security Reviewer, Data Engineer, Harness Auditor, Endnutzer, Datenschutzbeauftragter. Neu in v3: Deterministische Rollenauswahl per Keyword-Matching, Gate-Integration (Findings blockieren Gate G4), Simulations-Limit.

Modus 7: Review — Bestehende Requirements prüfen

"Prüfe diese User Stories auf Qualität und Compliance."
[Stories einfügen oder hochladen]

3-Ebenen-Review: Requirement-Qualität, Governance-Compliance, Security & Compliance. Neu in v3: GP-Score-Formel für reproduzierbare Bewertungen, vollständig spezifizierter 3-Ebenen-Katalog.

Modus 8: Management & Traceability

"Erstelle eine Traceability Matrix."
"Führe einen Spec-First Chain Audit durch."
"Prüfe auf stale Marker."

Neu in v3: 7 Management-Funktionen (Traceability Matrix, SFC-Audit, ExecPlan-Übersicht, Tech-Debt-Report, Spec-Diff, Freshness-Check, Analyze-Historie). KRITIS-Skip-Protokoll für übersprungene Phase Gates.

Modus 9: Discover — Bestandsdokumentation

"Dokumentiere den Bestand dieses Systems."
"Erstelle eine Spec aus dem vorhandenen Code."
"Reverse-engineer die Anforderungen."

Reverse Spec: Vom bestehenden System rückwärts zur vollwertigen spec.md. Zwei verpflichtende QS-Schleifen — erst Vollständigkeitsprüfung, dann Konsistenz- und Stringenzprüfung. Neu in v3: 5W-Analyse als Pflichtblock, QS-Loops mit max. 5 Iterationen und Terminierung, eigene RE Gates (G0-RE bis G4-RE).

Modus 10: Derive — Testfälle aus Acceptance Criteria

"Leite Testfälle aus den Gherkin-Szenarien ab."
"Erstelle die Testabdeckungsmatrix für dieses Feature."

Aus jedem Gherkin-Szenario wird ein Testfall [Story-ID]-TC[NNN] mit Vorbedingung, Aktion, erwartetem Ergebnis und Testdaten. Dazu die Testabdeckungsmatrix und eine Traceability-Prüfung Story zu Testfall. 6 Testfall-Typen, Pflicht-Scope je Profil.


Workflow

SpecForge folgt dem erweiterten SpecKit-v3-Workflow mit vorgelagerter Komplexitätseinschätzung:

[Cynefin+Impact] → Constitution → Specify → Clarify → Plan+Research+Quickstart → Tasks → Analyze → Implement → Review

Jede Phase hat ein Phase Gate. Überspringen nur mit expliziter Begründung und Skip-Protokoll.

┌────────────────┐   ┌──────────┐   ┌─────────┐   ┌─────────┐
│ PHASE 0:       │──▶│ CONSTIT. │──▶│  SPEC   │──▶│ CLARIFY │
│ Cynefin+Impact │   └──────────┘   └─────────┘   └─────────┘
└────────────────┘                                      │
┌──────────┐   ┌─────────────┐   ┌───────────┐   ┌─────▼────────────┐
│  REVIEW  │◀──│  IMPLEMENT  │◀──│  ANALYZE  │◀──│ PLAN+RESEARCH    │
└──────────┘   └─────────────┘   └───────────┘   └──────────────────┘
                                    ▲    │
                                    └────┘ Re-Analyze Loop

Folder Convention

SpecForge schlägt bei jedem neuen Projekt diese Verzeichnisstruktur vor:

ARCHITECTURE.md
constitution.md
tech-debt-tracker.md
specs/
  principles/          ← Design Principles (P*.md)
  decisions/           ← Architecture Decision Records (adr-*.md)
  system/              ← Systemweite Spezifikationen
  use-cases/           ← Feature-Specs (1 Ordner pro Feature)
    001-feature-name/
      spec.md
      plan.md
      research.md
      quickstart.md
      tasks.md
      contracts/
plans/
  active/              ← Laufende ExecPlans (EP-*.md)
  completed/           ← Abgeschlossene ExecPlans
design/                ← Wireframes, Datenmodelle, Diagramme

Golden Principles

ID Prinzip Kurzregel
GP-01 Schema-Hygiene Matching Fixtures + Testabdeckung
GP-02 Spec-before-Code Keine Implementierung ohne Spec
GP-03 ADR-Disziplin Cross-Modul-Entscheidungen brauchen ADRs
GP-04 ExecPlan-Pflicht 5+ Dateiänderungen → ExecPlan
GP-05 Invariant-Traceability Tests referenzieren Invariant-IDs
GP-06 Keine stale Marker TODO/TBD/FIXME mit Datum + Owner
GP-07 Dokument-Platzierung Dateien in Convention-Verzeichnissen
GP-08 Prinzip-Unverletzlichkeit Verstöße blockieren bis gelöst
GP-09 Abhängigkeitsrichtung Consumer ≠ Provider-Interna
GP-10 Schulden-Tracking Debt in tech-debt-tracker.md

Skill-Architektur

SpecForge ist als Multi-File-Skill aufgebaut: ein Orchestrator (SKILL.md) dispatcht zu 10 Fachmodulen und den Support-Dateien unter references/.

specforge/
├── SKILL.md                          Orchestrator: Dispatch, Gates, Pre-Flight
└── references/
    ├── 01-specify.md                 Modus 1: Specify
    ├── 02-clarify.md                 Modus 2: Clarify
    ├── 03-plan.md                    Modus 3: Plan & Tasks
    ├── 04-analyze.md                 Modus 4: Analyze
    ├── 05-checklist.md               Modus 5: Checklist
    ├── 06-stakeholder-sim.md         Modus 6: Stakeholder-Simulation
    ├── 07-review.md                  Modus 7: Review
    ├── 08-management.md              Modus 8: Management & Traceability
    ├── 09-discover.md                Modus 9: Discover
    ├── 10-derive.md                  Modus 10: Derive
    ├── checklists/
    │   ├── ears-syntax.md
    │   ├── golden-principles.md
    │   ├── kritis-nfr.md             41 Prüfpunkte, KRITIS/NIS2
    │   └── stride-guide.md
    ├── templates/
    │   ├── spec-template.md
    │   └── constitution-template.md
    ├── conventions/
    │   ├── folder-convention.md
    │   └── spec-first-chain.md
    ├── enforcement/
    │   └── enforcement-engine.md
    └── custom/
        ├── @dora/                    manifest.md + 58 Prüfpunkte
        └── @bait/                    manifest.md + 8 Prüfpunkte, Stub

Skill-Payload: Orchestrator plus 10 Fachmodule und die Support-Dateien unter references/. Die Zahl der Fachmodule und die Prüfpunktzahlen prüft die CI gegen den Verzeichnisbaum, siehe scripts/check-docs-numbers.py.

Warum Multi-File?

  • Separation of Concerns — Orchestrator bleibt kompakt, Module werden nur bei Bedarf geladen
  • Wartbarkeit — einzelne Module unabhängig aktualisierbar
  • Erweiterbarkeit — neue Modi, Checklisten oder Profile über references/custom/ hinzufügbar
  • Audit-freundlich — jede Datei unabhängig bewertbar und testbar
  • Context-Window-effizient — Claude lädt Orchestrator plus benötigtes Modul, nicht den ganzen Payload

Was die Fachmodule enthalten (Standard-Sektionen)

Die 10 Fachmodule folgen weitgehend derselben Struktur. Wo eine Sektion fehlt oder anders heißt, sagt es die Tabelle:

Sektion Beschreibung
Profil-Steuerung KRITIS/Standard/Startup-spezifisches Verhalten. Eigene Sektion in acht Modulen; 01-specify.md behandelt die Profilwahl als Ablaufschritt, 02-clarify.md unter „Wann Pflicht vs. Optional (profilabhängig)“
Ablauf (deterministisch) Nummerierte Phasen mit konkreten Schritten. Eigene Überschrift in fünf Modulen; 01-specify.md, 02-clarify.md, 03-plan.md und 10-derive.md gliedern direkt nach Phasen, 08-management.md nach Funktionen
Output-Template Markdown-Template für erzeugte Artefakte, in allen zehn Modulen vorhanden. Eigene Sektion „Output: …“ nur in 04-analyze.md, 05-checklist.md, 06-stakeholder-sim.md und 07-review.md
Stringenz-Regeln (Enforcement) Tabellarische Regeln mit Schweregraden. Fehlt in 04-analyze.md und 05-checklist.md
Erweiterbarkeit Custom-Extension-Punkte mit Pfaden. Fehlt in 04-analyze.md und 05-checklist.md
Fehlerbehandlung Tabellarische Edge-Case-Behandlung, vier bis neun Fälle je nach Modul
GP-Mapping Zuordnung relevanter Golden Principles. Fehlt in 01-specify.md, 02-clarify.md und 07-review.md
Erzeugte Artefakte Artefakt-Tabelle mit Pfaden. In 02-clarify.md heißt die Sektion „Erzeugte/aktualisierte Artefakte“

Orchestrator-Features (SKILL.md)

Feature Beschreibung
Pre-Flight Checks specforge.json laden, Profil-Resolution, Referenz-Verfügbarkeit
Dispatch-Tabelle Modus → Modul-Mapping mit Trigger-Keywords
Profil-Resolution Cascade CLI-Flag → specforge.json → Nutzer-Frage → Standard
Artefakt-Versionierung YYYY.MM.DD.N im version:-Feld jedes erzeugten Artefakts
Session-Retrospektive Automatische Zusammenfassung am Session-Ende
Erweiterbarkeit 8 Built-in Extension Points (EARS, Profile, APs, GPs, Modi, ...)
Fehlerbehandlung KRITISCH vs. OPTIONAL Referenzen mit spezifischem Verhalten
Audit Trail Jede Enforcement-Entscheidung wird protokolliert

Grenzen

SpecForge ist Prompt-Text, kein Programm. Daraus folgen Grenzen, die keine Version wegräumt:

  • Die CI prüft den Skill, nicht die Ergebnisse. Der Workflow in .github/workflows/ci.yml hält Referenzpfade, Frontmatter, Checklisten, Zahlen- und Versionsangaben konsistent und baut das Release-Paket bei jedem Lauf, damit ein kaputtes Paket vor dem Tag auffällt. Ob eine damit erzeugte Spezifikation fachlich taugt, beurteilt weiterhin ein Mensch.
  • Der Linter prüft Struktur, nicht Bedeutung. specforge check erkennt fehlende EARS-Pattern, zu wenige Gherkin-Szenarien, Begriffe aus der Blocklist und Traceability-Lücken. Ob die EARS-Formulierung inhaltlich zum Pattern passt, ob ein NFR-Zielwert realistisch ist und ob die STRIDE-Bewertung zu Ende gedacht wurde, entscheidet weiterhin die Session oder ein Mensch. Der Linter meldet solche Punkte nicht als bestanden, sondern gar nicht.
  • F-Stufen sind Konvention, nicht Typprüfung. Alle Module, Checklisten und Templates sprechen F0 bis F5; scripts/check-severity-dialect.py hält das in der CI fest. Ob Claude im Einzelfall die richtige Stufe vergibt, prüft das Skript nicht. Es prüft nur, dass keine zweite Skala danebensteht.
  • Keine Rechtsberatung. Die KRITIS-, DORA- und BAIT-Checklisten sind Arbeitshilfen mit Verweis auf die Rechtsquelle. Sie ersetzen keine aufsichtsrechtliche Prüfung. @bait ist ausdrücklich ein Stub.
  • Das Paket ist ein Archiv aus Markdown. Es installiert nichts und aktualisiert sich nicht. Ein kopierter Ordner erfährt nicht, dass es ein neueres Release gibt; der Abgleich läuft über die VERSION im Paket gegen die Releases im Repository.
  • Deutsch als Arbeitssprache. Der Skill antwortet englisch auf englische Eingaben, die Referenzdateien und Checklisten bleiben deutsch.

Roadmap

Offen, in dieser Reihenfolge:

  1. @bait vervollständigen: vom Stub auf die Kapitel der BaFin-Rundschreiben 10/2017 (BA) und 10/2021 (BA).
  2. Weitere Regulierungen: MaRisk, PCI-DSS 4.0, EnWG/IT-Sicherheitskatalog. Priorisierung in CONTRIBUTING-CHECKLISTS.md, Abschnitt 5.
  3. Composite Action ausliefern: .github/actions/specforge-check/ liegt im Repo, ist aber erst über ein Tag ab dem nächsten Release als uses: erreichbar. Bis dahin ruft ein fremdes Repository den Linter über einen eigenen Checkout auf.
  4. Englische Fassung des Payloads.

specforge check: Enforcement außerhalb der Session

Die Phase Gates greifen, solange Claude den Skill geladen hat. Für alles danach, also Pull Request, Pipeline und Pre-Commit-Hook, liegt derselbe Regelsatz als Linter im Repo. Er braucht Python 3.8 oder neuer und sonst nichts: keine Installation, keine Abhängigkeit.

python3 cli/specforge check specs/mein-feature/spec.md

Liegt eine tasks.md neben der Spec, prüft der Linter zusätzlich die Traceability. Fehlt sie, läuft AP-07 nicht, und das steht in der Ausgabe: Gate G4 erscheint mit SKIP und nennt die beiden Prüfpunkte, die niemand angesehen hat; im JSON stehen sie unter skipped_checks. Am Exit-Code ändert das nichts, denn eine Spezifikation vor der Plan-Phase hat legitim noch keine tasks.md. Eine gelöschte oder falsch abgelegte Datei soll aber nicht wie ein bestandener Lauf aussehen. Eine specforge.json wird ab der Spec aufwärts gesucht und ausgewertet; checks_config überschreibt die Default-F-Stufen, perspektivenabhängig wie in der Session.

Das Feld extensions nennt die Pakete unter references/custom/, die gelten sollen. Die Schreibweise des Namens spielt keine Rolle (@dora, @DORA, dora), ein unbekannter Name ist ein Aufrufproblem mit Exit 3 statt einer stillschweigend übergangenen Prüfung. Fehlt das Feld, gelten alle vorhandenen Pakete; [] heißt ausdrücklich: keine Extension.

Prüfpunkt F-Stufe Herkunft
Keine Story im erkannten Format (leere oder formatfremde Datei) F4 docs/spec-format.md
EARS-Pattern fehlt oder ist unbekannt F4 Gate G1
Weniger als 2 Gherkin-Szenarien je Story F4 Gate G1
Begriff aus der AP-04-Blocklist F4 Anti-Pattern AP-04
SOPHIST-Trigger (ggf., zeitnah, etc.) F3 Anti-Pattern AP-08
Offene [Annahme:]- oder [Offen:]-Marker (nur mit --nach-clarify) F3 SKILL.md, globale Regel 11
Task ohne Story-Referenz, Story ohne Task F3 Anti-Pattern AP-07
ID folgt nicht SF-{Präfix}-{NNN} F1 Modus 1 und 7
Doppelt vergebene Story-ID F4 Nachverfolgbarkeit

Exit-Codes: 0 sauber, 1 mindestens ein F4-Befund, 2 ein F3-Befund ohne dokumentierte Risiko-Akzeptanz, 3 Aufrufproblem. Eine Akzeptanz nach dem CONDITIONAL-Protokoll wird mit --risiko-akzeptanz datei.md übergeben und hebt Exit 2 auf.

Der Linter liest die Datei als Protokoll, nicht als Fließtext. Ein Block hebt einen F3-Befund nur auf, wenn seine Überschrift ## Risiko-Akzeptanz: <Betreff> den Betreff des Befunds als eigenes Wort nennt, alle Pflichtfelder aus enforcement-engine.md I.5 ausgefüllt sind (Gate, Prüfpunkt, F-Stufe, Risiko, Akzeptiert durch, Kompensation, Frist, Datum), die F-Stufe zum Befund passt und die Frist als Datum YYYY-MM-DD in der Zukunft liegt. Was daran fehlt, steht als eigene Zeile unter Risiko-Akzeptanz: in der Ausgabe. Eine Datei, die den Prüfpunkt nur erwähnt, ist keine Freigabe.

Das gelesene Format ist in docs/spec-format.md beschrieben. Für fremde Repositories liegt eine Composite Action unter .github/actions/specforge-check/, ein Beispiel-Workflow in docs/ci-example.yml. Die Action ist erst ab dem nächsten Release über ein Tag erreichbar; im aktuellen Release v3.2.0 gibt es sie noch nicht.

Golden Specs

Unter evals/golden/ liegen acht vollständige Spezifikationen mit ihrem erwarteten Ergebnis. Sie sind zugleich die ersten echten Specs im Repo, denn bis dahin gab es nur Templates, und der Regressionstest für den Linter:

python3 evals/run_static.py

Das Paar aus Fall 03 und 06 zeigt, was die Perspektive im Linter bewirkt: identische spec.md, zwei specforge.json, die sich nur in der Perspektive unterscheiden. Die als F4 markierte DORA-Lücke ist für ein Finanzunternehmen richtig eingestuft und bleibt ein einzelner Befund; für ein Beratungsprojekt sieht @dora F2 vor, und die zu harte Einstufung kommt als zweiter Befund nfr_severity dazu. Fall 04 zeigt die dazu passende mildere Einstufung, die das Gate mit einem Pflicht-Task vor Go-Live passiert. Das frühere, dreistufige Vokabular konnte diesen Unterschied nicht abbilden; die Umstellung ist in docs/f-stufen-entscheidung.md begründet.

Was der Linter dabei prüft, ist die Selbsteinstufung des Autors gegen das Manifest der Extension. Die F-Stufe einer Lücke liest er aus dem Marker [NFR-Lücke F{n}: ...]; eine Anforderung, die niemand als fehlend markiert hat, bemerkt er nicht. Fall 08 hält diese Grenze fest. Details in evals/README.md.


Weiterführende Dokumente

Dokument Inhalt
docs/skill-als-blaupause.md SpecForge als Muster für eigene Claude-Skills: Frontmatter, Modi, Output-Templates, Qualitätsregeln
docs/quellen-und-einfluesse.md Herkunft der Methoden: Spec Kit, EARS, Gherkin, STRIDE, Cynefin und die übrigen
docs/spec-format.md Das maschinenlesbare Format der spec.md: Story-Kopf, Pattern-Feld, Scenario-Blöcke, Marker
docs/f-stufen-entscheidung.md Warum F0 bis F5 der einzige Schweregrad-Dialekt ist und welcher Prüfpunkt sich dabei verschoben hat
CONTRIBUTING-CHECKLISTS.md Schema, Validierung und Kandidatenliste für eigene Regulierungs-Checklisten

Versionierung

SpecForge führt zwei Versionen, dazu den Tag, unter dem eine davon veröffentlicht wird:

Gegenstand Schema Ort
Skill-Version MAJOR.MINOR, aktuell 3.2 CHANGELOG.md, Abschnitt Aktuelles Release; Badge auf der Landingpage
Release-Tag v{MAJOR}.{MINOR}.{PATCH}, aktuell v3.2.0 derselbe Abschnitt; darauf reagiert .github/workflows/release.yml
Artefakt-Version YYYY.MM.DD.N, N = laufende Nummer am selben Tag version:-Feld im Header jeder erzeugten spec.md, constitution.md und plan.md

Der Tag ist keine dritte Version, sondern die Skill-Version mit einer Patch-Stelle. Sie zählt Korrekturen, die den Funktionsumfang nicht verändern. Ein Funktionsschritt erhöht die Skill-Version, nicht die Patch-Stelle.

Gepflegt wird die Version an genau einer Stelle: in der Tabelle unter "Aktuelles Release" in CHANGELOG.md. Packaging-Skript und Release-Workflow lesen sie dort, scripts/check-version.py prüft dieses README, die Landingpage und den Artefaktnamen dagegen.

Verbindlich ist die Artefakt-Versionierung in SKILL.md, Abschnitt Versionierung. Die Templates unter references/templates/ geben dasselbe Schema vor. Die früher genannte Schreibweise v<YYMM>-green war ein Audit-Status, keine Version, und wird nicht mehr verwendet.

Die Versionsgeschichte von 1.0 bis 3.2 steht in CHANGELOG.md.


Lizenz

MIT — siehe LICENSE.


Mitwirken

Issues und Pull Requests willkommen. Insbesondere:

  • Neue Reviewer-Agenten-Definitionen für spezifische Domänen
  • Branchenspezifische NFR-Checklisten — siehe CONTRIBUTING-CHECKLISTS.md für Schema, Validierung und Beispiele. Die DORA-Extension (references/custom/@dora/) dient als Referenzimplementierung.
  • Übersetzungen (Englische Version)
  • Integration mit weiteren KI-Agenten (Cursor, Copilot, Gemini)
  • Custom Extensions für references/custom/

Regulierungs-Extensions

Regulierung Branche Status Pfad
DORA (EU 2022/2554) Finanzsektor ✅ Fertig (58 Prüfpunkte) references/custom/@dora/
BAIT Banken (DE) 🔧 Stub (8 Prüfpunkte) references/custom/@bait/
MaRisk Finanzsektor (DE) Offen —
PCI-DSS 4.0 Zahlungsverkehr Offen —
EnWG / IT-Sicherheitskatalog Energiesektor Offen —

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Governance-enforced Requirements Engineering für KRITIS, NIS2 und DORA. Claude-Skill mit EARS, Gherkin, STRIDE, F-Stufen und Phase Gates.

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